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LP AD 10-15

Was macht ausge­ rechnet eine simple „Flüssigkeitsverpa­ ckung“ (o. li.) zum äs­ thetischen Inbegrif einer ganzen Epoche? Wir haben uns auf eine Reise durch die Welt der Klassiker begeben – und ein paar erstaunliche Ent­ deckungen gemacht. E in Meisterwerk wissenschaf- lich-funktionaler Planung“ sei sie, „gut durchdacht, logisch, materialsparend und hübsch anzusehen.“ Wer da so begeis- tert schwärmte, war kein Geringerer als der Allroundgestalter, Unternehmer und Marketingpionier Raymond Loewy, der Gegenstand seiner überschwänglichen Hymne „die vollkommenste Flüssigkeits- verpackung der heutigen Zeit und ein Klassiker der Verpackungsgeschichte.“ Auch wenn sie ihm immer wieder zugeschrieben wird, erfunden hat der Meister der Stromlini- enform die Cola-Flasche nicht. Aber immerhin Hand an die Familien- größe oben gelegt. Und an eine ganze Reihe weiterer Dinge, vom Shell-Logo bis zum Jet des US-Präsidenten. Nicht zu vergessen sei- ne futuristisch-kulleräugigen Entwürfe für Studebaker, Zukunfsautos aus der Jetsons-Ära. Grund genug also, den visionären Industrie- designer – einen der ersten ausgewiesenen Vertreter seines Fachs – hier als echte Stilikone mit prägender Wirkung zu feiern. Und apropos Zukunfsautos: In Stutgart begegnete uns derweil die Reinkarnation einer durch und durch deutschen Ikone – ein neu- er 911 Carrera ist da, der auf die zeitlose Vollkommenheit des Origi- nals noch ein weiteres Quäntchen technischer und ästhetischer Raf- „Sich selbst treu zu sein, ohne sich dabei dem Diktat des auf ewig Gleichen zu ergeben – das zeichnet eine wahre Stilikone aus.“ fnesse draufegt. Ganz und gar zeitlos sind nämlich nicht einmal Stilikonen, und selbst der Klassiker braucht ab und an den Hauch des Neuen. Was im Übrigen kein Widerspruch sein muss, wie auch Jessica Helgersons grandioses Remodeling einer von zahlreichen Umbauten gebeutelten Midcentury-Villa in Portland, Oregon, be- weist: Mit sehr viel Feingefühl (und noch mehr Holz) gab sie dem 1956 erbauten Erstlingswerk von Saul Zaik eine Persönlichkeit zurück, die so umfassend stimmig vielleicht nicht einmal das Original selbst besaß. Was heute wie ein perfekt eingefrorenes Designjuwel wirkt, ist also, auch dank seiner neuen Bewohner, nicht zuletzt ein Werk von heute. Und natürlich: Hübsch anzuschauen ist es allemal. Aber sehen Sie selbst. 5 EDItORIAL Oliver Jahn Foto:raymOndlOewy™byestateOflaurencelOewyraymOndlOewy.cOm;Porträt:Julianbaumann

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