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LP AD 10-15

Oliver Jahn A ls Ralf Hütter und Florian Schneider 1968 in Düssel- dorf ihre erste gemeinsame Band gründeten, gaben sie sich einen recht sperrigen Namen: Organisation zur Verwirklichung gemeinsamer Musikkonzepte. Nach nur einem Album entschieden sich die beiden Elektro- pop-Pioniere zwei Jahre später für eine etwas knackigere Ver- sion, die dann ins musikalische Gedächtnis des 20. Jahrhun- derts eingehämmert wurde wie in eine Eisenplatte: Krafwerk. So weit sind die drei Tischler aus Berlin-Neukölln noch nicht, die sich vor einiger Zeit unter dem Namen Bartmann Ber- lin zusammengeschlossen haben und die ich stellvertretend für unsere Deutschland-Reise 2015 herausgreifen möchte. Wenn man sich die ebenso kompromisslose wie kunstreiche Klobig- keit und rafnierte Reduktion ihrer Möbelstücke anschaut, die als Konterpart unserer Wegwerfgesellschaf mit fast schon lu- theranischer Ernsthaftigkeit in den Raum gestellt sind, als könnten sie nicht anders, ist der Vergleich mit den unbeug- samen Synthie-Seniors nicht mal so weit hergeholt. Robert Zeise, Lasse Schnack und Sebastian Kunath gelingt es mit Stücken wie dem Sofa „Halt“ oder dem Bett „Unidorm“, minimalistische Arrangements der Möbelkunst vorzulegen, die auf überfüssigen Schnickschnack verzichten. Eiche, Stahlrohr, Linoleum. Reicht. Aber auch die größten Zauberer der Zurückhaltung haben mal Lust auf ein paar guest stars, die den ma- gisch monotonen Grundbeat mit exaltierten Klängen aufrechen. Und so haben sich die Jungs von Bartmann Berlin für den Sessel „Lenz“ (u.) mit Silvia Terhedebrügge und Hanne Willmann zwei Designerinnen an Bord geholt, die den ehrlichen Sound einheimischer Hölzer mal so richtig zum Tanzen bringen. Von dieser „Organisation zur Verwirklichung gemeinsamer Möbelkonzepte“ wün- schen wir uns weit mehr als nur eine Platte bitte. „die drei tischler von bartmann berlin sind ein bisschen wie die band kraftwerk: ihre möbel sind minimalistische arrangements, aber voller tanzbarer beats.“ PORTRäT:JULiANBAUMANN;FOTO:AMOSFRicKE/BARTMANNBERLiN Folgen Sie mir auf instagram unter oliverjahnad editorial

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