Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

LP Shokunin 2013

18 An Nietzsche oder Darwin haben wir nicht gedacht, als wir vor rund einem Jahr mit der Idee zu diesem Heft spielten. Es klang ja auch ganz einfach: Wie wäre es, wenn wir fünf Chefredakteure uns zusammen­ setzen, die Stärken und Potenziale unserer einzelnen Hefte bündeln und aus diesem Pfund ein eigenes, ein neues, ein ganz wunderbares Magazin entwickeln würden? Es machte uns nicht einmal nachdenk­ lich, dass noch nie vor uns ein Verlag auf die Idee gekommen war, ein vergleichbares Projekt in Angriff zu nehmen. Heute wissen wir ein klein wenig besser, warum das so gewesen sein könnte. Jetzt, wo wir auch Nietzsches amüsiertes Aperçu über das Wesen des Plans erfasst haben: „In Wahrheit heißt etwas wollen, ein Experiment machen, um zu er­ fahren, was wir können.“ Behalten Sie das mit dem Experiment einen Moment im Hinterkopf. Reden wir zuerst darüber, was wir mit Quintessence wollen. In einer Zeit, in der für die Medienbranche Vertrauen in die eigene Zukunft so wertvoll ist wie Diamanten, ist es uns wichtig, ein Statement für gut gemachte Medien zu setzen. Wir begreifen die Arbeit, so wie wir sie bei Condé Nast tun, im empathischsten Sinne als Handwerk. Mit ­lange eingeübten Fertigkeiten und dem Einsatz hochwertiger Materia­ lien – in unserem Fall Fotografen, Autoren, Stylisten, die für uns um die Welt reisen. Wir glauben an den Reiz, die Qualität und die Zukunft un­ serer Arbeit. Das wollen wir zum Ausdruck bringen – und zwar in einem gemeinsamen Auftritt unserer Marken. Für Sie, unsere Leser! Wir zeigen Ihnen in diesem Heft noch einmal unsere schönsten Fo­ tografien der vergangenen Jahre und reisen ins Herz des Verlags, das Condé Nast Archiv in New York. Wir haben darüber hinaus für Quint­ essence auch viele neue, exklusive Geschichten realisiert: In Madrid baten wir den Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa zum Ge­ spräch über die Schreibkunst und beschäftigen uns mit dem Einfluss neuer Medien auf unser Denken. Wir zeigen, wie sich politische Inhalte mit ungewöhnlichen Erzählformen wie der Graphic Novel vermitteln lassen oder wie pointiert Modemacher Karl Lagerfeld und Rammstein- Sänger Till Lindemann über ihren Heimatbegriff diskutieren. All das war ein großes Experiment. Fast ein Jahr lang haben wir um Themen, Ideen und freie Zeit gerungen, immer die eine Frage im ­Nacken: Wie schaffen wir es, die DNA von fünf starken Heften harmo­ nisch zu verbinden? Die Arbeit an Quintessence war wie eine lustvolle Jamsession, zu der wir uns getroffen haben wie Jazzmusiker verschie­ dener Bands, die Band der Bandleader …  Ob dieses Experiment gelungen ist? In einer Hinsicht auf jeden Fall: Wir haben eine „bis dahin noch nicht beobachtete Situation herbei­ge­ führt und uns vom Ergebnis überraschen lassen“, was ja laut Lexikon zum Wesen eines guten Experiments gehört. Wir haben uns sogar ange­ nehm überraschen lassen – vom Prozess und vom Ergebnis! Wer weiß, vielleicht wird unsere Band schon bald wieder auf die ­Bühne ­steigen, für die nächste Jamsession ohne Netz und doppelten Boden. Schließlich wusste schon Charles Darwin: „Nur ein Narr macht keine Experimente!“ DAS PROJEKT Quintessence Editorial 2O13 Christiane Arp, Vogue Dr. Sabine Hofmann, Myself Andrea Ketterer, Glamour José Redondo-Vega, GQOliver Jahn, AD

Pages